Lotti, mein Rehe-Pony und ich
Schon in meiner Kindheit hatte ich Pferde und liebte das reiten. Doch wie das manchmal so ist, bringt einen der eigene Weg manchmal davon ab, das zu tun, was man liebt. Vor acht Jahren hielt ich es nicht mehr aus. Ich machte mich auf die Suche nach einem neuen treuen Gefährten, der mich auf meinem Weg begleiten würde. In Lotti habe ich mich schockverliebt. Schon als ich ihr Foto in der Anzeige sah, wusste ich, dass wir zusammen gehören. So kam Lotti in mein Leben, ein Fjordpferd.
Wie schon gesagt, es war Liebe auf den ersten Blick. Ohne Zögern, ohne große Untersuchungen, schloss ich den Kaufvertrag ab. Für Lotti war das am Ende ein großes Glück, für mich eine lange, beschwerliche Reise. Ein Stall war schnell gefunden, und voller Vorfreude wartete ich auf den Beginn unseres Abenteuers. Und - das kam auch. Jedoch in anderer Form als gedacht.
Bald traten erste gesundheitliche Probleme auf. Lottis Augen schimmerten blau, und der Tierarzt diagnostizierte erhöhte Leberwerte. Außerdem traten an der Flanke merkwürdige „Placken“ unter der Haut auf. Es stellte sich heraus, dass die Eicheln auf der Weide schuld an ihrem schlechten Gesundheitszustand waren. Mit Hilfe von Kräutern und eichelfreiem Auslauf beruhigte sich die Lage, doch die nächsten Probleme ließen nicht lange auf sich warten.
Der folgende Frühling brachte den ersten großen Schock: Lotti zeigte Symptome einer Hufrehe. Die Wochen danach waren eine nervenaufreibende Zeit voller Sorgen, 24 Stunden im Stall stehen, Hufe kühlen, Medikamenten und intensiver Pflege. Doch Lotti bewies ihre Pony-Sturheit, und gemeinsam kämpften wir uns zurück ins normale Leben. Mein damals gewünschtes Reitpferd war eher ein Freizeitpferd. Es hatte viel Freizeit... und kostete meine komplett.
Die folgenden Jahre verliefen ruhig, doch das Gewicht eines gerne fressenden Ponys auf einer saftigen Weide blieb ein ständiges Thema. Und dann kam ein weiterer Rückschlag, noch vor Beginn der Weidezeit. Eine Hufprellung führte zu erneuter Hufrehe, und damit auch die Sorge, ob mein Pony überhaupt gesund werden und ein normales Leben führen könnte.
Der Tierarzt verordnete wieder Medikamente und eine strenge Diät. Der Weidegang war gestrichen. (Erklär das mal einem gierigen Pony!) Die Hufe besserten sich, jedoch reichte ein Ausbruch vom Paddock und unkontrolliertes Grasfressen um einen erneuten Reheschub auszulösen. Gleichzeitig wurde Lotti immer beuliger und aufgeschwemmter, trotz oder sogar wegen der Diät???
Ich fühlte mich hilflos und überfordert und machte mich im Netz auf die Suche nach Informationen und Behandlungsmöglichkeiten. Leider fand ich kaum Informationen die in unserem speziellen Fall wirklich hilfreich waren.
Irgendwann bekam ich eine Weiterempfehlung. Eine Ernährungsberaterin öffnete mir die Augen für die Bedeutung der richtigen Pferdeernährung bei Stoffwechselstörungen. Sie arbeitete mit mir ein Konzept aus, wie ich Lotti ernähren sollte. Das veränderte alles! Ich war überrascht, dass mein Pony tatsächlich viel zu wenig Futter bekam - es wurde eine Art "Anti-Diät" eingeleitet. Auch die Darmflora wurde wieder aufgebaut und ihr Gewicht im gesunden Bereich stabilisiert. Die „Placken und Beulen“ sind inzwischen verschwunden, und Lotti ist wieder das muntere, dickköpfige Pony, in das ich mich verliebt hatte.
Auch um mich herum gab es immer wieder Pferde mit Problemen und Stoffwechselerkrankungen. Nicht nur Rehe sondern auch Cushing, EMS oder PSSM waren hier ein Problem, wobei natürlich oft eins das andere bedingte. Ich wollte am liebsten alle retten! So habe ich erst mein Grundwissen mit anderen geteilt, und am Ende dann selbst eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin für Pferde gemacht, um auch all diesen anderen Pferden helfen zu können. Auch Lottis Ernährung konnte ich durch mein tieferes Wissen noch weiter optimieren.
Ich weiß leider nicht, wie eure Krankengeschichte genau aussieht. Aber jedes Pferd und Pony bringt seine eigene mit. Jeder Verlauf ist anders und so braucht auch jeder individuelle Hilfe. Auf dieser Seite geht es nicht um mich, es geht darum, wie ich dir und deinem Pferd helfen kann, wieder in ein normales, gesundes Leben zurück zu finden.
Deine Petra