Welche Stadien gibt es bei Hufrehe und welche Symptome zeigen Rehe-Pferde?
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Hufrehe ist eine komplexe Erkrankung, die in verschiedenen Phasen verläuft und für dich als Pferdebesitzer von großer Bedeutung ist. Es ist wichtig, die Symptome richtig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Je früher du die Anzeichen bemerkst, desto besser kannst du die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um das Wohlbefinden deines Pferdes zu fördern.
Phase 1: Frühe Anzeichen der akuten Hufrehe
In der ersten Phase zeigt dein Pferd oft subtile, aber klare Symptome. Es hebt seine Hufe abwechselnd an, um Druck zu entlasten, was ein erstes Zeichen für Unbehagen ist. Möglicherweise ist dein Pferd beim Schmied oder beim Auskratzen der Hufe widerwillig und zeigt einen „klemmigen“ Gang im Schritt und Trab, insbesondere auf hartem Boden oder in Wendungen.
Ein weiteres typisches Verhalten in dieser frühen Phase ist die Suche nach weichem Untergrund, wie feuchtem Sand oder weichem Boden im Offenstall, um Erleichterung zu finden. Die Hufe fühlen sich häufig warm an, und es kann eine leichte Lahmheit auftreten. Wenn du die Hufe mit einer Zange abtastest, könnte dein Pferd eine schmerzhafte Reaktion zeigen. Eine pochende Pulsation am Fesselkopf kann ebenfalls auftreten und weist auf eine beginnende Entzündung hin.
Phase 2: Akute Hufrehe
Wenn die Entzündung 24 bis 72 Stunden anhält, treten deutlichere Symptome auf. In dieser Phase kann dein Pferd die Vorderbeine im Stand nach vorne strecken, um die Hufe zu entlasten – eine Haltung, die als „Sägebockstellung“ bekannt ist. Wenn auch die Hinterhufe betroffen sind, schiebt dein Pferd diese eng unter den Körper.
Die Pulsation am Fesselkopf wird stärker, und dein Pferd zeigt eine ausgeprägte Schmerzreaktion beim Zangentest. Warme Hufe und eine starke Lahmheit sind häufig, und dein Pferd könnte apathisch werden und sich nicht mehr bewegen wollen. In dieser Phase kann es auch Anzeichen von Appetitlosigkeit zeigen und seine Fußstellung ändern, sodass die Ballen zuerst den Boden berühren.
Wenn die akute Hufrehe nicht behandelt wird, kann sie sich zu einer chronischen Form entwickeln, die Wochen, Monate oder sogar Jahre andauern kann. Die chronische Hufrehe kann zu ernsthaften Komplikationen führen, wie der Rotation oder dem Absenken des Hufbeins, und in schweren Fällen zu einem Sohlendurchbruch und Ausschuhen.
Phase 3: Chronische Hufrehe
In dieser Phase sind die Symptome oft gravierender. Die Hufe könnten aufgrund von Durchblutungsstörungen kalt werden, und dein Pferd zeigt Anzeichen von Apathie. Eine verbreiterte weiße Linie und eine vorgewölbte Hufsohle sind weitere Anzeichen, dass die Erkrankung fortgeschritten ist.
Die Qualität des Hufhorns kann sich verschlechtern, und es kann zu einer gewölbten Zehenwand und der Bildung eines Knollhufs kommen. In extremen Fällen kann es zu einem Sohlendurchbruch und Ausschuhen kommen, wobei sich die Hornkapsel vom Kronrand abzulösen beginnt. Ein stark betroffenes Pferd liegt häufig und streckt oft alle vier Beine von sich.
Phase 4: Fortgeschrittene Hufrehe
In der fortgeschrittenen Phase verstärken sich die Symptome weiter. Dein Pferd liegt fast ausschließlich und zeigt kaum noch Bewegung. Die Gefahr eines Sohlendurchbruchs und Ausschuhens bleibt bestehen, und das äußere Erscheinungsbild der Hufe kann sich erheblich verändern.
Du siehst, Hufrehe ist eine ernsthafte Erkrankung, die schnelles Handeln erfordert. Die Erkennung der Symptome in den verschiedenen Phasen ist entscheidend für die erfolgreiche Behandlung und das Wohlbefinden deines Pferdes. Wenn du Anzeichen von Hufrehe bemerkst, zögere nicht, umgehend einen Tierarzt zu konsultieren. Deine Aufmerksamkeit und prompte Reaktion können entscheidend dazu beitragen, das Leben deines Pferdes zu schützen und zu verbessern.